Ausstellungen 2010
23.07. – 23.07.2010AQUA SENSATIONS
Ross LovegroveART AFFAIR, Hifi Studio Barth, Blchberger & Weiß und Wein & mehr laden herzlich zu diesem besonderen Event ein.
Klangvorführung: Das Hifi Studio Barth ist seit 35 Jahren fester Bestandteil der Regensburger Hifi- und Highend-Szene und stellt an diesem Abend Ross Lovegroves Muon Lautsprecher von KEF vor.
Lichtinstallation: Blochberger & Weiß transformieren den Ausstellungsraum der Galerie mit Lichtskulpturen aus verschiedenen Materialien. Neben Lovegroves Aqua Cil Tavolo, werden die neuen Stücke aus der Aqua-Serie des Designerpaars Albi und Ayala Serfaty gezeigt.
Weinprobe: Andreas Ehr vom Weinhandelshaus Wein&Mehr präsentiert drei besondere Typen des schillernden Getränks, das als Nahrungsmittel und Luxusartikel längst zu einem unverzichtbaren Kulturgut geworden ist.
02.07. – 04.07.2010Contemporary Art Ruhr 2010
25.06. – 08.08.2010Sheng Ji - Zeitgenössische Kunst aus China
Ma ChoiUnter dem Titel SHENG JI, was soviel bedeutet wie ´volle Lebenskraft´, zeigt die Galerie Art Affair verschiedene Positionen der zeitgenössischen Kunst Chinas. Die Werke der neun Künstler stammen aus der Privatsammlung der Galeristin Ma Choi aus Hong Kong. Die Auswahl der Künstler erfolgte nach der Maßgabe, einen möglichst breit angelegten Einblick in die zeitgenössische chinesische Kunst zu schaffen. Durch die Zusammenarbeit mit der Galeristin und Sammlerin Ma Choi konnte eine Auswahl von im Westen noch weitgehend unbekannten Talenten getroffen werden.
Die Künstler setzen sich in unterschiedlichen Medien mit ganz eigenen Bildthemen auseinander. Die junge Künstlerin Yu Fengli holt sich beispielsweise ihre Inspiration vor allem aus Hochglanzmagazinen, Werbeanzeigen und Filmen. Der Konsum und vor allem das Phänomen des Idols - in der heutigen Zeit vor allem Popstars und Models - sind Themen ihrer Arbeiten. Dagegen zaubert Liu Li Ping mit wenigen Pinselstrichen, traditionell mit chinesischer Tinte, Lotusblumen auf Papier. Dies nur zwei Positionen. Wir laden Sie herzlich ein, selbst in die zeitgenössische Kunst Chinas einzutauchen!
Isabelle Lesmeister, Kunsthistorikerin M.A.
Einführungsrede von Michael Korn:
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich freue mich hier und heute bei Ihnen seien zu dürfen und ein paar Worte zur chinesischen Kunst sprechen zu dürfen.
Das Feld der chinesischen Kunst ist ein bekanntermaßen recht umfassendes, das der chinesischen Geschichte noch ein größeres. Beide hier an dieser Stelle bis ins Detail zu erläutern würde wohl den Rahmen der Veranstaltung sprengen. Trotzdem können beide Felder nicht so ohne weiteres von einander getrennt werden.
Um die chinesische Kunst der Gegenwart richtig einordnen zu können, ist es in meinen Augen hilfreich und auch notwendig, wenn man einen Blick in die Vergangenheit wirft, und das heutige Schaffen in seinen geschichtlichen Kontext einordnet. Aus diesem Grund möchte ich heute mit Ihnen gemeinsam einen kleinen Rückblick in die Vergangenheit Chinas wagen.
Lassen Sie uns gemeinsam in die beginnenden 1960er Jahre zurück gehen…die Folgen des „Großen Sprung nach Vorne“ begannen langsam zu verblassen und die Verhältnisse hatten sich wieder etwas normalisiert. Die schwerwiegenden Folgen des „Großen Sprunges“ waren vor allem nicht ganz spurlos an der Reputation Mao Zedongs in den eigenen Reihen der KP vorbeigegangen und er sah sich gezwungen die Rolle des Staatsoberhauptes an Liu Shaoqi abzugeben. Mit Liu an der Spitze gelang es den moderaten Kräften im Land an Einfluss zu gewinnen und im Zuge der langsam ansteigenden Versorgung der Bevölkerung an elementaren Gütern, gewann auch das soziale und kulturelle Leben wieder an Fahrt – nicht zuletzt genährt durch die neuen und moderateren Tendenzen, welche sich in der Politik Lius abzuzeichnen begannen.
Lius politischer Einflussbereich und seine Zustimmung unter dem Volk, sowie in den eigenen Reihen der Partei, nahm von Tag zu Tag zu…eine Entwickelung welche von Mao mit kritischem Blick beobachtet wurde. Die Konflikte zwischen den beiden häuften sich immer weiter und im Jahr 1963 begann Mao erstmalig Liu öffentlich zu kritisieren.
Mao sah durch die moderate Politik Lius nicht nur seine eigene Machtbasis gefährdet, sondern fürchtete auch um die kommunistische Revolution an sich. Aus diesem Grund rief er mehrere Kampagnen ins Leben, welche Ihren Höhepunkt in der „Großen Proletarischen Kulturrevolution“ finden sollten.
Entstanden um eine elegante Möglichkeit zu schaffen sich unliebsamer politischer Mitstreiter zu entledigen, sollte sich die Kulturrevolution schnell verselbständigen und zu einem der dunkelsten Kapitel der chinesischen Geschichte werden – zweifelsohne das dunkelste Kapitel in der Geschichte der chinesischen Kunst.
Ziel war es, konterrevolutionäre Kräfte in den eigenen Reihen der Kommunistischen Partei und in der Gruppe der Intellektuellen auszuschalten – primär richtete sich der Angriff aber gezielt gegen Liu. Dieser sollte im weiteren Verlauf der Ereignisse nicht nur seine politische Karriere einbüssen, sondern auch sein Leben.
Doch er sollte nicht das einzige Opfer der Kampagne bleiben – die Ereignisse rund um die Kulturrevolution sollten sehr schnell eine bedenkliche Eigendynamik entwickeln – eigens ins Leben gerufene „rote Garden“ durchkämmten die Städte des Landes nach Konterrevolutionären und verfolgten diese – als konterrevolutionär wurde alles betrachtet was unter den Kampfbegriff der „Vier Alten“ fiel – namentlich: die alten Denkweisen, Kulturen, Sitten & Bräuche. Damit fiel auch fast jedes Kunstwerk unter diese Definition. So wurden im Zuge der Kulturevolution eine Vielzahl der Kunstschätze Chinas zerstört.
Wie viele Stücke dieser Zerstörung zum Opfer gefallen sind, lässt sich bis heute kaum festmachen. Den Künstlern selbst erging es meist nicht besser als den Stücken die sie geschaffen hatten – viele von ihnen wurden aufs Land geschickt und zu Zwangsarbeiten verurteilt. Viele von ihnen konnten aber auch dem Druck nicht standhalten und suchten den Freitod – auch hier lässt sich kaum eine genaue Aussage über die Zahl der Verluste treffen.
Die bis zu diesem Zeitpunkt weitverbreitete Wertschätzung von Kunst im Zuge der klassischen chinesischen Gelehrtentradition war zerschlagen – so wie die bis dato geltende Gesellschaftsordnung.
China versank für fast zehn Jahre im Chaos – die Schulen und Universitäten schlossen, das kulturelle, soziale und wirtschaftliche Leben kam zu einem völlig Stillstand.
Es wird hier nicht selten von der „verlorenen Generation“ gesprochen, da im Zeitrahmen der Kulturrevolution eine komplette Generation ohne jegliche Form der regulären Bildung aufwuchs und ihr Alltag von Chaos und Gewalt geprägt war.
Mit dem Tod Maos am 9. September 1976 findet auch die Kulturrevolution ihr inoffizielles Ende.
Im Zuge der weiteren Entwicklungen und der „Reform- und Öffnungspolitik“ unter Deng Xiaoping gelang China ein beispielloser Wandel hin zu dem was es heute ist – so lassen die wirtschaftlichen Erfolgsmeldungen uns hier im Westen meist nur ein wenig neidvoll in die Richtung des Reichs der Mitte blicken.
Es wird gerne das Bild des „Goldrausches“ bemüht, um die Stimmung, welche in China vorherrscht, zu beschreiben – und dieses Bild ist nicht völlig falsch! Es herrscht allerorts eine unglaubliche Aufbruchsstimmung und Dynamik – welche sich auch auf andere Bereiche jenseits der Wirtschaft überträgt. So auch auf die Kunstszene, welche sich bereits seit den frühen 80er Jahre entwickelt hat.
Sollten sie sich heute an einer beliebigen Straßenecke in einer chinesischen Großstadt wiederfinden, dann scheinen die Geschichten der Kulturrevolution geradezu surreal – sie werden sich in einer schnelllebigen und hektischen Welt des Konsums wiederfinden.
Welche sich auch in der Kunst widerspiegelt, wenn sie einen Blick hinter mich werfen auf das Werk von He Jia – so fand auch hier die glitzernde Konsumwelt als Inspiration Verwendung.
Noch vor weniger als 40 Jahren hätte man sich an dieser Stelle in einer grauen Einöde, geprägt vom Kollektivismus wiedergefunden – und heute wird an genau derselben Stelle die Wiederentdeckung des Konsums und des Individualismus gefeiert.
Aber es sind gerade diese Widersprüche welche ihren Weg in die moderne chinesische Kunst gefunden haben & nicht zuletzt einen Großteil ihrer Faszination ausmachen.
Und es ist vor allem auch nicht der einzige – so finden sich in vielen Werken auch immer wieder der Konflikt zwischen Tradition und Moderne – zwischen Ost & West….zwischen den Malereien der klassischen „shufa Tradition“ und modernen Interpretationen westlicher Techniken.
Nicht selten wird im Kontext der Widersprüche auf die Frage aufgegriffen wie es denn möglich sei, dass eine derart kreative und dynamische Kunstszene überhaupt unter einem System entstehen kann, welches nur ein begrenztes Maß an Freiheiten erlaubt. Die Frage ist sicherlich nicht unberechtigt – Fachartikel, welche sich mit dieser Thematik auseinandersetzen, werden jedoch sehr schnell recht philosophisch und verlieren sich in Erklärungsversuchen in wieweit Freiheit und Kunst Hand in Hand gehen.
Ich bin weitem nicht genug mit der Materie betraut, um wirklich fundierte Aussagen treffen zu können, in wieweit Künstler in China frei arbeiten können oder nicht – völlige Freiheit herrscht sicherlich nicht, das würde ich für ausgeschlossen halten. Aber die Toleranz scheint zu wachsen – lassen sie mich folgende Anekdote aus meiner Zeit in Beijing im vergangen Jahr erzählen:
Ich machte mich auf den Weg ins „798“ – das „798“ ist eines von Beijings größten Künstlerviertel – gelegen auf dem Gelände der ehemaligen „Waffenfabrik 798“. Hier haben sich eine Vielzahl von Künstlern, Galerien, Restaurants und Cafés angesiedelt und bieten den perfekten Ausgangspunkt für einen ersten Einstieg in die Welt der China Avantgarde.
Nur um die beiden kommenden Beispiele richtig einordnen zu können, das 798 ist kein Geheimtipp – sondern ist in jedem Reiseführer zu finden.
Das erste Werk welches mich damals verwunderte, war ein Gemälde eines Kriegsherren aus der Ming-Dynastie in seiner klassischen Darstellung von Frisur und Waffen – soweit so gut und nicht weiter ungewöhnlich – die Tatsache das der Krieger augenscheinlich schwanger war – verwunderte da schon eher! Lassen wir mal den biologischen Aspekt außer Acht, so ist diese Darstellung gerade in im traditions- und obrigkeitsbewussten China höchst kontrovers. Das zweite Werk war ein Vogelbrunnen – gefertigt aus weißem Marmor und eine Figur hielt ein kleines Becken – auf den ersten Blick etwas kitschig und nicht weiter von Bedeutung. Erst beim zweiten Blick erkannte ich dass der vermeintliche Pinocchio mit der langen Nase – eine ganz frappierende Ähnlichkeit mit einer der Größen der chinesischen Politik hatte.
Mit dieser Darstellung wurde ganz klar eines der großen drei Tabus in der chinesischen Gegenwartskunst in Festland-China gebrochen – die da wären Sex, Tibet & eben Mao Zedong! Wobei die Reihenfolge eine beliebige ist! Auch wenn die drei oben genannten Tabus durchaus in den chinesischen Werken, welche im Ausland bekannt sind Verwendung finden, so ist dies in Festland-China meist nicht der Fall.
Vielleicht war es einfach nur ein Zufall, vielleicht ist der Brunnen auch längst verschwunden, vielleicht ist aber doch Ausdruck dafür, dass sich in China eine zunehmende Freiheit auch für die Kunst entwickelt.
Wie dem auch sein mag – das 798 ist ein faszinierender Ort, um die vielen Facetten der China Avantgarde zu erkunden – mit den Werken von Yu Fengli, Liu Liping, Guo Hongwei & Yuan Xiaoguang haben wir nun hier und heute die Chance in Regensburg uns einen Eindruck von dieser Vielfalt zu verschaffen…
Michael Korn,
Universität Würzburg, Sinologie

23.04. – 20.06.2010RaumFormen
Bangerter & Wyler, Katharina Wahl, Daniel Becker, Stephan Gervers, Menno AdenDie Ausstellung RaumFormen vereint Gegenwartskunst und zeitgenössisches Design. Der Fotokünstler Menno Aden konstruiert in seiner Serie Raum Portraits, an der er bereits seit 5 Jahren arbeitet, aus über 100 Einzelfotos, die er unterhalb der Raumdecke privater und öffentlicher Räume aufnimmt, eigentlich unmögliche Aufsichten, die konstruktivistisch wie narrativ lesbar sind.
Neben den Fotoarbeiten des Berliners zeigen wir innovative Ideen von jungen Nachwuchsdesignern aus Deutschland und der Schweiz. Dabei handelt es sich um avantgardistische Wohnaccessoires, wie beispielsweise einem Bombenteppich mit der Bezeichnung JU87- G STUKA. Der Teppich ist eine Art Bausatz und kann zu einer „Soft-Version" des berühmten deutschen Sturzkampfflugzeugs aus dem Zweiten Weltkrieg umgewandelt werden.
Die Leuchte Sparks von Daniel Becker ist eigentlich gar keine Leuchte sondern ein System. Das System leuchtet. An die organische Form eines Baumes erinnernd, besteht es aus vier verschiedenen Modulen, die beliebig zusammengesetzt werden können und sich um 360 Grad drehen lassen. Somit lässt sich Sparks unendlich erweitern. Vor allem im Außenbereich bietet Sparks die Möglichkeit dem eigenen Garten einen zusätzlichen, individuellen Charakter zu geben.
Stephan Gervers bietet eine Neuinterpretation und gestalterische Weiterentwicklung der vor allem im Barock und Rokoko verbreiteten Raumdekoration mit Stuck. Im Gegensatz zur geläufigen Form und Umgebung unter anderem als Deckenspiegel oder Stuckprofil hebt sich das Stukkolief als dreidimensionale Tapete oder auch als Wandinstallation ab. Es handelt sich hierbei um eine dekorative und vielfältig kombinierbare Rauminstallation die sowohl Kunstwerk als auch Designobjekt ist.
Die beiden Schweizer Markus Bangerter & Roger Wyler präsentieren unter anderem den Sessel „3014" für den sie 2009 mit dem Berner Design Award ausgezeichnet wurden. Der Sessel besteht aus textilem Gurtenband und besteht aus zwei Teilen, einer Sitzschale und einem Sockel, die im Zentrum mittels Drehpunkt verbunden sind, was eine 360-Grad-Drehung der Sitzschale erlaubt.
Isabelle Lesmeister, Kunsthistorikerin M.A.
18.03. – 16.04.2010Farbraum Kuba
Ausstellung in der Botschaft der Republik Kuba, Kennedyallee 22-24, Bonn
05.02. – 11.04.2010MIXED MEDIA
Im ursprünglichen Sinne steht Mixed Media für Materialmix. Die Anfänge einer Kunst die verschiedene Materialien in einem Werk vereint sind in der Collage zu verzeichnen. Anfang letzten Jahrhunderts klebten erstmals Braque und Picasso Papierstücke in ihre Bilder. Das Einkleben von Zeitungsfragmente, Zetteln, Fotos oder Tapetenreste wurde von den Künstler dabei als Möglichkeit zur Konfrontation unterschiedlicher Realitätsebenen erkannt.
Die Ausstellung MIXED MEDIA dagegen ist, wenn man so möchte, als Gesamtkunstwerk zu sehen, bestehend aus einem Materialmix aus Holz, Edelstahl, Aluminium und Stoff. Erzeugt wird der Materialmix nicht innerhalb der einzelnen Arbeiten, sondern generiert sich aus dem Zusammenspiel des künstlerischen Schaffens drei Künstlerinnen, die jeweils mit unterschiedlichen Materialien, teilweise intermedial, arbeiten sowie einer Musikperformance am Abend der Vernissage.
Barbara Szüts geht es in ihrem Werk vorrangig um Bewegung. Fünfzehn Jahre arbeitete sie im Medium der Malerei, in der sie die Linie als formbildendes Element thematisierte, bis sie 1987 begann ihr Werk von der Wand zu lösen, hin in den Raum mit großformatigen Skulpturen. Zentrales Thema bleibt die Linie. Ihre Arbeiten sind plastische Fassungen von bewegten Linien, geronnene Bewegungen sozusagen. In Ihrer jüngsten Werkphase ab 2007 überlagern sich nun in der Wahrnehmung Zeichnung und Skulptur und umgekehrt. Dabei dienen ihr die Linien von digitalisierten Zeichnungen als Basismaterial für die endgültige Form. Nachdem die Zeichnung durch mehrere Computerprogramme marschiert ist, materialisiert sie sich am Ende neu, als Skulptur in Aluminium, die sowohl einen Ort an der Wand als auch im Raum markiert.
Barbara Ullmann arbeitet hauptsächlich mit dem für die Bildhauerei traditionellen Werkstoff Holz. Inspiriert durch ihren Lehrer Sean Scully, der ihr riet „extrem zu werden“, schafft sie mit der Flex Schnittbilder, ja Tafelskulpturen aus Holz. Mit Abstand betrachtet zeigen ihre Arbeiten eine zarte Filigranität. Tritt der Betrachter an das Werk heran, ist er oftmals überrascht, wenn er erkennt, dass es sich um tiefe, teilweise verkohlte Einschnitte handelt. Die Arbeiten Ullmanns sind Kunstwerke, die aus leidenschaftlicher Vitalität und Wahrhaftigkeit entstanden sind und ihre Intensität aus dem Schmerz und der Einsamkeit der Künstlerin schöpfen: „Jeder einzelne Schnitt, den ich in die Holztafeln fräse befreit und schreit. Bis alles zerschnitten ist und eine neue Dimension entstanden ist.“
Bei Sonja Webers gewebten Bildern handelt es sich nicht um traditionelle Textilkunst. Vielmehr sind ihre Arbeiten zwischen den Medien Fotorealismus, Computerkunst, Textilkunst und Tafelmalerei anzusiedeln. Als Grundlage für ihre, von Plastizität und Bewegtheit aufgeladenen Bilder von Wasser, Wolken und Haaren, dienen von ihr aufgenommene Fotografien, die sie bearbeitet und auf einen computergesteuerten Webstuhl umsetzt in ein sehr feines Gewebe, das eine irisierende Oberfläche aufweist. Diese durch das Heben und Senken des feinen Fadens entstandene Oberflächenstruktur ist bei Webers Arbeiten von entscheidender Wichtigkeit denn je nach Lichteinfall und nach Standpunkt des Betrachters gewinnt das Dargestellte an Plastizität. Es tritt durch die unterschiedliche Licht-Schattenwirkung in den Raum, wird dreidimensional.
Isabelle Lesmeister, Kunsthistorikerin M.A.
