Pure Painting | 27.11.2009 – 30.01.2010 | Angelika Tóth, Roman Mayer, Maria Temnitschka, Jörg Schemmann, Sven Wiebers

Pure Painting

Angelika Tóth, Roman Mayer, Maria Temnitschka, Jörg Schemmann, Sven Wiebers

27.11.2009 – 30.01.2010

Vernissage am 27.11.2009, 19 Uhr

Unter dem Titel PURE PAINTING zeigt die Galerie ArtAffair fünf verschiedene Positionen der zeitgenössischen Malerei. Zeitgenössische Malerei lässt sich keinem Stilbegriff unterordnen. Die Formulierung bezeichnet lediglich Malerei als Teil der Kunstströmung der Jetzt-Zeit, der Zeit des späten 20. und frühen 21. Jahrhunderts. In der Regel misst sich zeitgenössische Malerei an etablierten Stilrichtungen, erweitert diese durch Neuformulierung, Provokation oder Umkehrung. So auch die fünf Künstler der Ausstellung, die sich in unterschiedlichen Techniken mit ganz eigenen Bildthemen auseinandersetzen. 

Roman Mayer schafft kleinformatige Acrylbilder, die wie Momentaufnahmen des Lebens wirken. Fotografien von seinen vielen Reisen, vor allem nach Asien, dienen ihm als Anhaltspunkt für seine Bilder. Die Fotografien rufen in ihm Erinnerungen an bestimmte erlebte Situationen wach, die er mit leichten Pinselstrichen und gedämpften Farben einzufangen versucht. Das Ergebnis sind poetische Bilder als Dokument seiner subjektiven Erfahrung. 

In den großformatigen Arbeiten beschäftigt sich der Künstler Jörg Schemmann mit der Imagination des Raumes auf der Fläche. Mit der Darstellung von Bäumen, Ästen und Blüten gelingt es ihm die Idee von Dreidimensionalität auf der flachen Leinwand zu schaffen. Der Betrachter ist verwirrt und erstaunt zugleich. Die Bilder Schemmanns sind stark räumlich, ohne jedoch räumliche Konturen auch nur anzudeuten. Durch die Darstellung von Schatten gelingt es ihm, seinen Bildern diese unbestimmte räumlich Tiefe zu verleihen. 

In schweren, meist grauen Architekturszenerien sieht die Wiener Künstlerin Maria Temnitschka eine ganz eigene, unentdeckte Schönheit, die sie dem Betrachter in ihren klar strukturierten Bildern von Industrieruinen, Hinterhöfen und verlassenen Tankstellen offenbart. Durch die gestalterischen Mittel der Künstlerin, wie außergewöhnliche Perspektiven, die Verwendung von Licht und Schatten vor allem aber die klar strukturierte Linienführung, verwandelt sie Schwere in Leichtigkeit und der Betrachter freut sich über die Entdeckung der Ästhetik neuer Welten, denen er vorher meist mit Widerwillen und Vorurteilen gegenüber stand. 

Die Ungarin Angelika Tóth fängt in ihrer expressiven Malerei Momente des Lebens ein. Besonders Straßenszenen bestimmen die Thematik ihrer Malerei. Das öffentliche Leben in Budapest, die Fröhlichkeit der Menschen, die zusammen ihre Zeit im Straßencafé verbringen, bringt sie in wahren Farbexplosionen mit pastös aufgetragener Ölfarbe sehr temperamentvoll auf die Leinwand.  

Das vorrangige Interesse des Berliner Künstlers Sven Wiebers gilt nicht der fotorealistischen Darstellung sonder vielmehr geht es dem Künstler primär um Flächen und zwar um große farbige Flächen als solche. Nicht die besondere Gegenständlichkeit ist sein Thema, sondern Malerei und das Malen selbst. Pure Malerei aber kann sich weniger im Detail zeigen als vielmehr bei der Wiedergabe ausgedehnter Wiesen, steinerner Wände oder spiegelnden Wassers, Themen die Sven Wiebers alle ausführlich bearbeitet hat, ebenso wie Häuserwände mit alterndem Putz.

 

Isabelle Lesmeister, Kunsthistorikerin M.A.